ALUMINIUMKOMPLETTRÄDER: WINTER
 
 
 
 

Kaum sinkt das Barometer in Richtung Winter, stellt sich vor allem Großstädtern ohne Wintersport-Ambitionen die Frage: Sind Winterreifen wirklich nötig ?

Die Antwort: Ja. Selbst wer bei Eis und Schnee öffentliche Verkehrsmittel vorzieht, ist in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen auch auf trockener Strasse sicher unterwegs. Bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius verhärtet die Gummimischung von Sommerreifen, und der Bremsweg ver-längert sich. Bei 0 Grad Celsius zum Beispiel um drei Meter gegenüber Winterreifen, bei zehn Grad unter Null um sieben Meter und bei -20 Grad sogar um zwölf Meter.

Kommt dann noch Schnee dazu, liegt der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 50 Km/h mit Winterreifen bei-spielsweise bei 35 Metern, mit Sommerreifen bei 45 Metern. Bei eisiger Strasse sind es 57 Meter zu 68 Meter. - Allerdings nur, wenn die Profiltiefe stimmt. Sind die Winterreifen von acht Millimetern auf sechs Millimeter abge-fahren, liegt der Bremsweg bereits bei 120 Prozent gegenüber den neuen Pneus. Bei vier Milimetern sind es schon 150 Prozent, bei zwei Milimetern sogar 170 Prozent.

In der EU gilt für Reifen eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Milimeter. Aus Sicherheitsgründen sollten aber auch Sommerreifen spätestens bei zwei Mili-metern Restprofiltiefe (Breitreifen bei drei Milimeter) ausgetauscht werden.

Wer sein Auto und sein Leben liebt, achtet daher auf aus-reichend Profil und steigt im Winter auf einen Haftreifen um, der seine guten Fahreigenschaften sowohl durch eine spezielle Gummimischung als auch durch ein Lamellenprofil erzielt, dessen Griffkannten für den nötigen Grip sorgen. Die alte Autofahrerweisheit, dass im Winter schmalere Reifen besser sind, gilt inzwischen nicht mehr.

Während in der automobilen Vorzeit ein höherer Flächen-pressdruck auf die Profilstollen mit Spikes bei Schnee und Eis eine bessere Wirkung erzielte, gilt heute: Je mehr Lamellen, desto mehr Lenkpräzision, Kurvenstabilität und Bodenhaftung. Die Winterbereifung sollte deswegen der Dimension der Sommerpneus entsprechen. Die allseits beliebten "Ganzjahresreifen" sind im Vergleich zu Haftreifen im Winter nur ein mäßiger Kompromiss. Hätten sie die wintertaugliche weiche Gummimischung, wäre die Abnutzung bei Sommertemperaturen zu hoch.

Auch grobstollige Geländereifen taugen für den Winter wenig - selbst wenn sie eine "M S" - Kennung für Matsch und Schnee haben. Das grobstollige Profil eines Mud-Reifens nutzt nur bei einer hohen und geschlossenen Schneedecke. Dann sorgt es für Traktion. Auf festgefahrenem Schnee bieten diese Gelände-Pneus kaum Seitenführung und übertragen auch gefährlich wenig Bremskräfte. Dass es keinen universellen Reifen für Sommer und Winter, Strasse und Gelände geben kann, liegt schlicht an den unterschied-lichen Anforderungen: Damit ein Straßenreifen zum Beispiel gute Regeneigenschaften hat, setzt er ein A-förmiges Profil voraus, das den Wasserkeil vor dem Pneu abbaut, in dem es möglichst viel davon aufnimmt und seitlich über das Profil ableitet.

Ein idealer Geländereifen, der sich auch für schlammige Wege eignet, muss dagegen ein selbstreinigendes V-Profil haben, damit der festsitzende Schlamm bei jeder Radum-drehung herausgeschleudert wird. Diese Profile bieten aber auf der Straße eine schlechte Seitenführung, und der Bremsweg bei Nässe verlängert sich dramatisch. Dazu kommen laute Abrollgeräusche und wenig Komfort. Ausserdem macht es wenig Sinn, bei einem Straßenreifen kaum vermeidbare Schädigungen durch Steine oder Äste beim Off-Road Einsatz zu riskieren - schließlich will man mit diesen Pneus auf der Autobahn später auch wieder unbesorgt höhere Geschwindigkeiten fahren.

 

 

 

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